SpaceCraft – Das Weltraumspiel, in das ich mich völlig unerwartet verliebt habe

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SpaceCraft – Das Weltraumspiel, in das ich mich völlig unerwartet verliebt habe

Eigentlich wollte ich SpaceCraft nur mal kurz ausprobieren.

Ihr kennt das wahrscheinlich. Man stöbert durch Steam, entdeckt ein neues Weltraumspiel, schaut sich ein paar Screenshots an und denkt sich: „Ach komm, eine Stunde schaue ich mal rein.“

Aus dieser einen Stunde wurden drei. Aus drei Stunden wurde ein ganzer Abend. Und ehe ich mich versah, plante ich Produktionsketten, suchte nach neuen Rohstoffvorkommen und überlegte, wie ich mein nächstes Schiff verbessern könnte.

Irgendwann wurde mir klar, dass etwas passiert war, das ich schon lange nicht mehr erlebt hatte.

Ich hatte mich wieder in ein Weltraumspiel verliebt.

Nicht wegen spektakulärer Raumschlachten. Nicht wegen riesiger Flottenkriege. Nicht wegen irgendwelcher PvP-Ranglisten.

Sondern wegen dieses wunderbaren Gefühls, einfach im All unterwegs zu sein, Rohstoffe abzubauen, sein eigenes kleines Raumfahrtunternehmen aufzubauen und dabei zuzusehen, wie aus bescheidenen Anfängen langsam etwas Großes entsteht.

Genau dieses Gefühl hat SpaceCraft bei mir ausgelöst.

Der Titel von Shiro Games, den Entwicklern von Northgard und Wartales, ist am 11. Juni 2026 in den Early Access gestartet und beschreibt sich selbst als ein Online-Weltraum-Erkundungs- und Aufbauspiel, in dem Spieler Ressourcen abbauen, Schiffe konstruieren, Basen automatisieren und gemeinsam eine galaktische Wirtschaft aufbauen können.

Endlich ein Weltraumspiel für friedliche Weltraumarbeiter

Was mich an SpaceCraft so fasziniert, ist nicht das, was vorhanden ist.

Sondern das, was fehlt.

Wer viele Weltraumspiele gespielt hat, kennt das Problem. Man findet eine gute Erzader, einen wichtigen Asteroiden oder einen strategisch interessanten Ort und muss ständig damit rechnen, von anderen Spielern angegriffen zu werden.

In EVE Online, Star Citizen, Dune Awakening oder teilweise auch Elite Dangerous gehört das einfach zum Spiel.

SpaceCraft geht einen anderen Weg.

Hier stehen das Minen, Bauen, Produzieren und Erforschen im Mittelpunkt. Die Konkurrenz zwischen Spielern findet momentan vor allem wirtschaftlich statt. Schon in früheren Entwickleraussagen erklärte Shiro Games, dass das Spiel nicht stark auf PvP ausgerichtet sein soll, sondern auf Zusammenarbeit und wirtschaftlichen Wettbewerb.

Für mich ist das ein riesiger Vorteil.

Ich kann stundenlang Rohstoffe abbauen, Produktionsketten erweitern, neue Technologien erforschen oder mit meiner Corporation Projekte planen, ohne ständig befürchten zu müssen, dass irgendein Griefer meinen Abend ruiniert.

Der wahre Star ist mein eigenes Schiff

Das größte Highlight von SpaceCraft ist für mich aber der Schiffsbau.

Hier klickt man sich nicht einfach ein fertiges Schiff zusammen.

Man muss auf Gewicht achten. Auf Energieversorgung. Auf Wärmeentwicklung. Auf die Leistungsfähigkeit einzelner Bauteile.

Jede Veränderung hat Auswirkungen.

Als ich meinem ersten Schiff zusätzliche Flügel für den Atmosphärenflug verpasst habe, konnte ich die Verbesserung sofort spüren. Als später ein weiteres Triebwerk und zusätzliche Batterien dazu kamen, fühlte sich mein Schiff plötzlich völlig anders an.

Und genau das macht den Reiz aus.

Man entwickelt sein Schiff nicht nur technisch weiter.

Man wächst gemeinsam mit ihm.

Mit jeder neuen Komponente wird aus einem kleinen Raumgleiter langsam ein leistungsfähiges Arbeitsschiff, das größere Entfernungen überwinden und größere Projekte bewältigen kann.

Ein kleiner Kritikpunkt für Weltraumveteranen

Ganz perfekt ist SpaceCraft für mich trotzdem nicht.

Was mir persönlich fehlt, ist die vollständige Kontrolle über die Rollbewegung des Schiffs.

Das Schiff richtet sich automatisch an einem künstlichen Horizont aus. Auf Planeten orientiert sich die Rollachse zudem an der jeweiligen Schwerkraft.

Das ist verständlich.

Es macht die Steuerung einfacher und zugänglicher.

Aber als jemand, der viele Jahre Space Sims gespielt hat, vermisse ich diese kleinen Momente der Freiheit.

Die riskante Fassrolle durch eine Schlucht.

Das manuelle Ausrichten des Schiffs bei einer Landung.

Die völlige Kontrolle über jede Achse.

Es ist nur eine Kleinigkeit.

Aber genau solche Kleinigkeiten sorgen oft für das besondere Raumfahrtgefühl.

Mehr als nur Mining und Fabriken

Obwohl sich derzeit fast alles um Erkundung, Ressourcenabbau, Basenbau und Produktion dreht, haben die Entwickler bereits weitere Inhalte angekündigt.

Shiro Games nutzt den Early Access bewusst, um das Spiel gemeinsam mit der Community weiterzuentwickeln. Die Entwickler schreiben dazu:

„Early Access allows us to expand and improve the game based on your invaluable feedback.“

Außerdem rechnen die Entwickler mit mindestens sechs Monaten Early Access und möchten den Umfang des Spiels kontinuierlich erweitern.

Besonders spannend finde ich die geplanten PvE-Inhalte.

Kämpfe gegen NPC-Gegner sollen künftig eine größere Rolle spielen und zusätzliche Fortschrittssysteme ermöglichen.

Genau so stelle ich mir ein modernes PvE-Weltraum-MMO vor.

Das größte Problem: Die Serveraufteilung

Einen Kritikpunkt gibt es allerdings noch.

SpaceCraft ist momentan auf mehrere Server aufgeteilt.

Das bedeutet, dass man nicht automatisch mit jedem Freund zusammenspielen kann.

Wer gemeinsam eine Corporation gründen möchte, sollte deshalb unbedingt vorher absprechen, auf welchem Server gespielt wird.

Hat man diese Hürde allerdings überwunden, steht dem gemeinsamen Aufbau einer Raumfahrtfirma nichts mehr im Weg.

Nach 60 Stunden immer noch Anfänger

Das vielleicht größte Kompliment, das ich einem Spiel machen kann:

Nach über 60 Stunden habe ich immer noch das Gefühl, gerade erst angefangen zu haben.

Ich entdecke ständig neue Produktionsketten.

Neue Bauweisen.

Neue Technologien.

Neue Möglichkeiten für Schiffe und Basen.

Und genau deshalb werde ich noch viele weitere Stunden in SpaceCraft verbringen.

Mein Fazit

SpaceCraft ist kein Spiel für jeden.

Wer schnelle Raumschlachten, permanentes PvP oder militärische Großkonflikte sucht, wird hier aktuell vermutlich nicht glücklich.

Wer dagegen davon träumt, in Ruhe Rohstoffe abzubauen, Produktionsnetzwerke aufzubauen, Schiffe zu konstruieren und gemeinsam mit Freunden eine erfolgreiche Corporation zu erschaffen, sollte diesem Spiel unbedingt eine Chance geben.

Shiro Games hat hier etwas geschaffen, das sich in der heutigen Weltraumspiel-Landschaft überraschend einzigartig anfühlt.

Ein friedliches, entschleunigtes und dennoch motivierendes Weltraumabenteuer.

Mit einigen Ecken und Kanten.

Mit Verbesserungspotenzial.

Aber auch mit unglaublich viel Herz.

Ich wünsche diesem kleinen Spiel von ganzem Herzen, dass es die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient.

Denn SpaceCraft ist für mich schon jetzt eines der angenehmsten Weltraumspiele der letzten Jahre.

Und jetzt entschuldigt mich bitte.

Da draußen warten noch Asteroiden darauf, abgebaut zu werden.


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