Nivalis Nights – Cyberpunk-Liebe auf den Punkt gebracht

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Nivalis Nights – Cyberpunk-Liebe auf den Punkt gebracht

Manchmal startet man ein Spiel und weiß schon nach wenigen Minuten, dass man gerade etwas Besonderes gefunden hat. Und manchmal findet man ein Spiel, das sich anfühlt, als hätte jemand einen kleinen Teil der eigenen Träume genommen und daraus eine digitale Welt gebaut.

Nivalis Nights ist für mich genau so ein Spiel.

Ich muss dabei ein wenig weiter ausholen. Denn um zu erklären, warum mich dieses Spiel gerade so erwischt, muss ich zurück zu einem anderen Spiel, das für mich schon etwas ganz Besonderes war: Cloudpunk.

Ein Juwel!

Cloudpunk war für mich ein Juwel, das ich völlig unverhofft am Strand gefunden habe.

Ich hatte damals natürlich schon jede Menge Cyberpunk gespielt. Aber Cloudpunk fühlte sich anders an. Es wollte nicht mit riesigen Explosionen, spektakulären Kämpfen oder einer möglichst großen offenen Welt beeindrucken. Stattdessen setzte ION LANDS auf etwas, das mir im Cyberpunk-Genre viel wichtiger ist: Atmosphäre.

Diese Stadt.

Diese Lichter.

Der Regen.

Die Musik.

Die Menschen, die man während seiner Schichten kennenlernt.

Und vor allem diese kleinen Geschichten, die einem irgendwann viel wichtiger werden, als man zunächst erwartet.

Cloudpunk hatte Charaktere, die man nicht einfach nach einer Quest wieder vergisst. Figuren, die einem im Kopf bleiben. Menschen und KIs, die einem einen kleinen Einblick in ihr Leben geben und damit gleichzeitig einen Teil dieser riesigen Stadt erzählen.

Für mich war Cloudpunk deshalb ein Spiel, das den Nagel ziemlich genau auf den Kopf getroffen hat.

Es hat mir die Art von Cyberpunk gegeben, die ich nach Cyberpunk 2077 irgendwie vermisst hatte.

Nicht, weil Cyberpunk 2077 kein gutes Spiel wäre. Ganz im Gegenteil. Aber Cyberpunk ist für mich mehr als Waffen, Konzerne und große Geschichten. Cyberpunk ist für mich vor allem das Gefühl, nachts durch eine riesige Stadt zu laufen, die niemals schläft.

Neonlicht auf nassem Asphalt.

Menschen, die ihren Geschäften nachgehen.

Restaurants in kleinen Seitengassen.

Bars, Wohnungen, Garküchen.

Und irgendwo zwischen all diesen Menschen entstehen Geschichten.

Genau dieses Gefühl hat mir Cloudpunk gegeben.

Und dann kam Nivalis Nights.

Und hat mich ehrlich gesagt aus den Schuhen gehauen.


Willkommen zurück in Nivalis

ION LANDS ist ein deutsches Indie-Studio aus Berlin, gegründet von Marko Dieckmann. Bevor Cloudpunk erschien, arbeitete das Studio bereits an Phoning Home, einem Science-Fiction-Survivalspiel aus dem Jahr 2017.

Mit Cloudpunk wurde Nivalis schließlich zu einer der interessantesten Cyberpunk-Städte der vergangenen Jahre.

Und Nivalis Nights macht nun etwas, das ich für unglaublich mutig halte.

ION LANDS hätte einfach ein weiteres Cloudpunk machen können.

Mehr Fahrzeuge.

Mehr Missionen.

Mehr Action.

Eine größere Geschichte.

Stattdessen haben die Entwickler eine ganz andere Frage gestellt:

Was wäre, wenn wir einfach in Nivalis leben könnten?

Und genau daraus ist Nivalis Nights entstanden.


Cyberpunk trifft Stardew Valley

Wenn ich Nivalis Nights jemandem in einem einzigen Satz erklären müsste, würde ich vermutlich sagen:

Stardew Valley trifft Cyberpunk 2077.

Und ja, das klingt zunächst völlig bescheuert.

Aber genau das ist es.

Nur eben auf eine Art, die erstaunlich gut funktioniert.

Du baust keinen Bauernhof irgendwo auf dem Land auf.

Du baust einen kleinen Nudel-Laden mitten in einer gigantischen Cyberpunk-Metropole.

Du kaufst Zutaten.

Du kochst.

Du stellst Mitarbeiter ein.

Du verbesserst dein Restaurant.

Du eröffnest weitere Geschäfte.

Du kaufst Wohnungen.

Du gehst angeln.

Du baust Gemüse an.

Du lernst Menschen kennen.

Du schließt Freundschaften.

Du löst kleine Geschichten.

Und währenddessen steht über allem diese gigantische, düstere, neonbeleuchtete Stadt Nivalis.

Das klingt auf dem Papier schon ungewöhnlich.

Im Spiel fühlt es sich plötzlich vollkommen selbstverständlich an.


Und dann sitzt du plötzlich bei einem Nudelstand

Es gibt einen Moment ziemlich am Anfang, bei dem mein Cyberpunk-Herz beinahe explodiert ist.

Du betreibst einen kleinen Nudel-Laden.

Und plötzlich hatte ich einen Flashback.

Blade Runner.

Deckard sitzt zu Beginn des Films an einem kleinen Nudelstand. Regen fällt. Neonlicht spiegelt sich auf der Straße. Menschen bewegen sich durch die Stadt.

Es ist nur eine kleine Szene.

Aber sie gehört für mich zu den Bildern, die Cyberpunk geprägt haben.

Und plötzlich sitze ich selbst in Nivalis an einem Nudelstand.

Ich hatte vorher gar nicht gewusst, wie sehr mir genau das gefehlt hatte.

Nicht die große Verschwörung.

Nicht die nächste Schießerei.

Nicht die Weltrettung.

Einfach nur ein kleines Stück Leben in einer Cyberpunk-Stadt.

Das klingt vielleicht albern.

Für mich war es das überhaupt nicht.

Es war einer dieser Momente, in denen man merkt, dass ein Entwickler genau das getroffen hat, was man selbst gar nicht richtig in Worte fassen konnte.


💡 Tipp für neue Nivalis-Bewohner: Baut früh Gemüse an

Fangt möglichst früh damit an, eigenes Gemüse anzubauen.

Ihr reduziert damit eure laufenden Kosten und könnt gleichzeitig eure Gewinnmargen verbessern.

Gerade am Anfang kann jeder eingesparte Einkauf einen Unterschied machen. Später wird die eigene Produktion noch wichtiger.

Nivalis ist mehr als eine Kulisse

Das vielleicht Schönste an Nivalis Nights ist, dass Nivalis selbst wieder zu einer Figur wird.

ION LANDS hat diese Stadt nicht einfach als hübsche Kulisse gebaut.

Sie ist voller Menschen.

Händler.

Geschäftsleute.

Mitarbeiter.

Nachbarn.

Freunde.

Konkurrenten.

Und Charaktere, bei denen man sich manchmal ziemlich sicher ist, dass man sie überhaupt nicht leiden kann.

Bis man ihre Geschichte kennenlernt.

Und genau hier zeigt sich wieder die Stärke, die ich schon an Cloudpunk geliebt habe.

Nichts ist so, wie es zunächst scheint.

Du lernst einen Charakter kennen und denkst vielleicht:

„Was für ein unsympathischer Typ.“

Dann spielst du seine Questreihe.

Du lernst ihn kennen.

Du erfährst, warum er so ist.

Und plötzlich sieht die Welt ein bisschen anders aus.

Manchmal wird aus jemandem, den man nicht ausstehen konnte, ein Freund.

Und manchmal funktioniert es genau andersherum.

Das sind die kleinen Geschichten, die Nivalis Nights für mich so besonders machen.


Nebenquests, die tatsächlich etwas bedeuten

Viele Spiele behandeln Nebenquests wie Beschäftigungstherapie.

Hier zehn Minuten helfen.

Dort fünf Gegenstände sammeln.

Dann zurück zum Auftraggeber.

Belohnung abholen.

Weiter.

Nivalis Nights geht einen anderen Weg.

Die Geschichten der Charaktere sind miteinander verbunden und geben einem nicht nur Geld oder Erfahrungspunkte.

Man schaltet neue Rezepte, neue Möglichkeiten und neue Spielelemente frei.

Das bedeutet, dass die Figuren nicht einfach nur irgendwo herumstehen und darauf warten, dass der Spieler seine Questliste abarbeitet.

Sie sind Teil des Fortschritts.

Und genau dadurch fühlt sich die Stadt lebendig an.

Ich habe irgendwann aufgehört, mich zu fragen:

„Was bringt mir diese Quest?“

Stattdessen wollte ich wissen:

„Was passiert mit diesem Menschen?“

Und genau da hat ION LANDS mich wieder.


Ein Spiel, das Cyberpunk liebt

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt dieses gesamten Artikels.

Man merkt Nivalis Nights an, dass die Entwickler Cyberpunk nicht einfach als optischen Stil benutzen.

Sie lieben dieses Genre.

Und sie verstehen offenbar, warum es so faszinierend ist.

Cyberpunk ist schließlich nicht nur Neon.

Nicht nur Regen.

Nicht nur riesige Konzerngebäude.

Cyberpunk funktioniert dann am besten, wenn man sieht, wie Menschen in dieser Welt leben.

Was essen sie?

Wo wohnen sie?

Wie verdienen sie ihr Geld?


💡 Tipp: Haltet eure Mitarbeiter zufrieden

Achtet immer darauf, dass die Zufriedenheit eurer Mitarbeiter im grünen Bereich bleibt. Das lohnt sich gleich mehrfach: Zufriedene Mitarbeiter arbeiten besser und lernen schneller. Dadurch steigt auch die Kundenzufriedenheit, eure Bewertungen werden besser und ihr bekommt mehr Kunden. Mehr Kunden bedeuten wiederum mehr Umsatz, mit dem ihr auch die steigenden Gehälter eures Teams leichter bezahlen könnt.
Kurz gesagt: Glückliche Mitarbeiter = bessere Arbeit = zufriedenere Kunden = mehr Geld.

Was machen sie nachts?

Was passiert in den kleinen Läden?

Wie begegnen sich Menschen aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten?

Und was passiert mit einem Menschen, wenn er in einer Welt lebt, in der Technologie längst jeden Bereich seines Lebens durchdrungen hat?

Nivalis Nights stellt diese Fragen nicht unbedingt mit großen philosophischen Monologen.

Das Spiel lässt sie einfach stattfinden.


💡 Tipp: Wartet mit dem nächsten Restaurant

Kauft nicht sofort das nächste Restaurant, sobald ihr es euch leisten könnt.

Spielt euer aktuelles Restaurant zunächst bis Stufe 3 und schaltet dort einen Manager frei.

Erst dann würde ich das nächste Restaurant eröffnen.

So könnt ihr euch deutlich besser um mehrere Geschäfte kümmern, ohne sofort in einer Management-Hölle zu landen.

Die Stadt unter der Ausgangssperre

Und dann gibt es noch die Nacht.

Nivalis Nights spielt nicht einfach nur mit der klassischen Cyberpunk-Ästhetik. Die Stadt besitzt ihre eigenen Regeln.

Während der Ausgangssperre verändert sich das Leben.

Und plötzlich merkt man, dass diese vermeintlich gemütliche Lebenssimulation auch eine ziemlich düstere Seite besitzt.

Es gibt Rivalen.

Sabotage.

Kriminalität.

CorpSec.

Und natürlich die Geschichten, die im Hintergrund der Stadt passieren.

Das Schöne daran ist, dass Nivalis Nights daraus keinen permanenten Actionfilm macht.

Die Bedrohung ist einfach Teil dieser Welt.

Du kannst dich mit deinem Geschäft beschäftigen.

Du kannst deine Mitarbeiter organisieren.

Du kannst angeln gehen.

Und gleichzeitig weißt du, dass diese Stadt eben nicht Disneyland ist.

Es ist Nivalis.


Und nachts kann man sogar sparen

Eine der Sachen, die mir beim Spielen besonders gut gefallen haben, ist, wie viele kleine Möglichkeiten das Spiel bietet.

Während der Ausgangssperre könnt ihr beispielsweise nicht nur eure Gegenspieler sabotieren.

Ihr könnt auch deren Ausrüstung beziehungsweise bestimmte Gegenstände nutzen und sie in eure eigenen Geschäfte bringen.

Das bedeutet:

Eine teure Grillstation?

Nicht unbedingt kaufen.

Eine Getränkemaschine?

Vielleicht findet sich auch eine andere Möglichkeit.

Solche kleinen Systeme sind genau das, was mir an Nivalis Nights gefällt.

Das Spiel gibt einem nicht ständig vor:

„Du musst jetzt genau das machen.“

Es lässt einen ein bisschen herumprobieren.

Und manchmal entdeckt man dabei Dinge, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hat.


Der kleine Fischfang, der plötzlich ein Vermögen wert ist

Und dann gibt es das Boot.

Ich liebe dieses Boot.

Nicht nur, weil das Angeln angenehm unkompliziert ist.

Es ist auch eine verdammt gute Möglichkeit, Geld zu verdienen.

Ihr könnt raus aufs Wasser fahren und einfach angeln.

Und wenn ihr erst einmal ein bisschen Routine habt, kommt plötzlich einiges an Geld zusammen.

Besonders schön ist dabei ein kleiner Kniff:

Wenn der Tag endet, während ihr noch auf dem Wasser seid, läuft die Zeit nicht einfach normal weiter, bis ihr schlafen geht.

Das bedeutet, ihr könnt theoretisch noch ziemlich lange auf dem Wasser verbringen.

Serie an.

Angeln.

Fische fangen.

Noch ein Fisch.

Noch einer.

Und irgendwann ist der Laderaum voll.

Dann geht es zurück in die Kajüte, auf die Couch und ins Bett.

Am nächsten Morgen wacht ihr auf und habt einen vollen Laderaum mit Limps.

Das ist vermutlich nicht die effizienteste Wirtschaftssimulation der Welt.

Aber verdammt, es macht Spaß.


💡 Tipp: Unterschätzt das Boot nicht

Das Angeln ist nicht nur ein kleines Nebenfeature.

Nutzt das Boot regelmäßig. Mit etwas Geduld könnt ihr damit erstaunlich viel Geld verdienen.

Und wenn ihr spät am Abend noch auf dem Wasser seid, könnt ihr die Zeit hervorragend nutzen, um euren Fischbestand aufzustocken.

Geht wirklich überall hin

Ein weiterer Tipp, den ich neuen Spielern geben würde:

Erkundet Nivalis. Wirklich.

Nicht nur die offensichtlichen Wege.

Nicht nur die Questmarker.

Nicht nur die Geschäfte, die ihr gerade benötigt.

Schaut euch die Stadt an.

Denn es gibt Händler, die man nicht unbedingt sofort findet und die später für bestimmte Quests wichtig werden können.

Merkt euch also, wo bestimmte Händler sitzen.

Und vor allem:

Schaut euch deren Inventar an.

Am Anfang kann einen die schiere Menge an Gegenständen beinahe erschlagen.

Aber dazwischen verstecken sich teilweise Dinge, die einen erheblichen Unterschied machen können.

Manche Gegenstände machen euch produktiver.

Andere verändern euren Spielfluss.

Und wieder andere können euch Möglichkeiten eröffnen, die ihr vorher gar nicht auf dem Schirm hattet.

Nivalis Nights belohnt Neugier.

Und das passt perfekt zu einer Stadt wie Nivalis.


💡 Tipp: Händler sind wichtiger, als sie aussehen

Schaut bei Händlern regelmäßig ins komplette Inventar.

Auch wenn die Liste anfangs überwältigend wirkt, können sich darunter sehr wertvolle Gegenstände befinden.

Außerdem lohnt es sich, sich zu merken, welcher Händler wo zu finden ist. Manche werden später für Quests interessant.

Fünf Jahre Liebe zum Detail

Was mich an ION LANDS besonders beeindruckt, ist die Konsequenz, mit der das Studio diese Welt gebaut hat.

Nivalis Nights entstand nicht über Nacht.

Das Spiel wurde ursprünglich bereits 2022 als Nivalis angekündigt.

Damals war die Idee schon klar:

Eine First-Person-Lebenssimulation in der Welt von Cloudpunk.

Man sollte einen kleinen Nudelstand eröffnen können.

Daraus sollte ein Restaurant werden.

Später eine Bar.

Vielleicht ein Nachtclub.

Man sollte Wohnungen kaufen, Beziehungen aufbauen, angeln, Zutaten anbauen und seine eigene kleine Existenz in Nivalis aufbauen.

Doch das Projekt wuchs.

Und wuchs.

Und wuchs.

Die Veröffentlichung verschob sich.

Aus 2024 wurde 2025.

Dann wurde es still.

Sehr still.

ION LANDS arbeitete weiter.

Und irgendwann wurde aus Nivalis schließlich Nivalis Nights.

Im Juni 2026 erklärte das Studio, dass es seit Oktober 2025 eine rechtliche Angelegenheit mit einer dritten Partei zu klären hatte. Diese Angelegenheit sei inzwischen abgeschlossen.

Und am 29. September 2026 war es dann tatsächlich so weit.

Nivalis Nights erschien.

Nach rund fünf Jahren Entwicklung.


Kleine Entwickler, große Ambitionen

Das ist für mich auch ein wichtiger Teil der Geschichte.

ION LANDS ist kein gigantischer AAA-Konzern mit tausenden Entwicklern und praktisch unbegrenzten Ressourcen.

Das Studio kommt aus der Indie-Szene.

Marko Dieckmann gründete ION LANDS 2015 in Berlin.

Vor Cloudpunk arbeitete das Studio an Phoning Home.

Und schon damals war der Anspruch erkennbar, Geschichten und Atmosphäre in den Mittelpunkt zu stellen.

Mit Cloudpunk gelang schließlich der Durchbruch.

Aber statt danach immer größer und lauter zu werden, hat sich ION LANDS für etwas entschieden, das ich persönlich sehr sympathisch finde:

Sie sind tiefer gegangen.

Sie haben nicht einfach die Stadt vergrößert.

Sie haben sie bewohnt.


Eine Stadt von Hand

Besonders schön finde ich, dass ION LANDS bei der Gestaltung der Welt nicht einfach alles einem Generator überlässt.

Das Studio verwendet zwar eigene Werkzeuge und prozedurale Hilfsmittel, um bei der Erstellung der Stadt effizienter arbeiten zu können.

Aber die endgültigen Umgebungen werden von den Entwicklern gestaltet.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Denn Nivalis fühlt sich dadurch nicht wie eine endlose Ansammlung zufällig zusammengewürfelter Gebäude an.

Man spürt an vielen Stellen:

Hier hat jemand entschieden, dass genau dieses Gebäude genau dort stehen soll.

Hier soll ein Händler sein.

Dort eine kleine Gasse.

Hier ein Laden.

Dort eine Wohnung.

Und irgendwo dazwischen läuft ein NPC herum, der gerade sein eigenes kleines Leben lebt.


Auch die Menschen wurden nicht einfach hingestellt

ION LANDS ging sogar bei den Animationen einen bemerkenswerten Weg.

Für Nivalis Nights wurde Motion Capture in Paris aufgenommen.

Die Schauspieler Christel Wallois und Florian Hutter arbeiteten dabei an den Bewegungen der Figuren.

Das klingt nach einem Detail.

Aber genau solche Details sind es, die eine Welt glaubwürdig machen.

Ein Mensch läuft anders als ein Roboter.

Jemand, der arbeitet, bewegt sich anders als jemand, der entspannt.

Menschen stehen nicht einfach herum, während sie auf den Spieler warten.

Sie bewegen sich.

Sie arbeiten.

Sie leben.

Und genau dadurch bekommt Nivalis seine Seele.


Für mich ist dieses Spiel Cyberpunk-Liebe auf den Punkt gebracht

Ich glaube, das ist der Satz, der meinen Eindruck von Nivalis Nights am besten beschreibt:

Dieses Spiel ist Cyberpunk-Liebe auf den Punkt gebracht.

Es ist die Substanz aus der meine Träume gemacht sind, wenn ich meine Cyberpunk-Playlist auf Spotify einschalte und für ein paar Stunden in einer Welt verschwinde, von der ich manchmal denke, dass ich einfach ein paar Jahrzehnte zu früh geboren wurde.

Ich möchte dann durch diese Straßen laufen.

Ich möchte wissen, was hinter der nächsten Ecke ist.

Ich möchte in irgendeinem kleinen Restaurant sitzen.

Ich möchte Neonlicht sehen.

Ich möchte Regen auf Asphalt sehen.

Ich möchte Menschen beobachten.

Ich möchte Geschichten erleben.

Und genau das gibt mir Nivalis Nights.

Nicht perfekt.

Aber mit einer unglaublichen Liebe zu dem, was Cyberpunk für mich ausmacht.


Und natürlich gibt es Dinge, die ich mir noch wünsche

So verliebt ich gerade in dieses Spiel bin, ganz ohne Wünsche für die Zukunft komme ich trotzdem nicht davon.

Vor allem beim Waren- und Produktionssystem würde ich mir noch etwas mehr Automatisierung wünschen.

Ein gemeinsames Lager wäre beispielsweise ein wunderbarer Anfang.

Momentan wäre es schön, wenn die Manager der einzelnen Restaurants zuerst auf einen gemeinsamen Lagerbestand zugreifen könnten, bevor sie anfangen, Zutaten teuer auf dem freien Markt einzukaufen.

Auch bei den Gewächshäusern könnte ich mir langfristig mehr Automatisierung vorstellen.

Denn je größer das eigene Imperium wird, desto mehr Zeit verbringt man irgendwann damit, Warenströme zu organisieren.

Und genau da könnte Nivalis Nights meiner Meinung nach noch etwas komfortabler werden.

Das ist allerdings keine Kritik, die mir das Spiel madig macht.

Im Gegenteil.

Es ist eine Kritik, die ich nur deshalb habe, weil ich mehr davon möchte.

Ich möchte, dass dieses Spiel weiter wächst.

Ich möchte mehr Geschichten.

Mehr Charaktere.

Mehr Möglichkeiten.

Mehr Orte.

Mehr von Nivalis.


Ein Kind der Liebe

Wenn man mich heute fragt, wie sich Nivalis Nights anfühlt, fällt mir eigentlich nur ein Bild ein:

Es ist ein Kind der Liebe.

Ein Kind aus Stardew Valley und Cyberpunk 2077.

Aus Blade Runner und Cloudpunk.

Aus einer gemütlichen Lebenssimulation und einer dystopischen Megacity.

Aus kleinen Nudelständen und riesigen Konzerngebäuden.

Aus Angeln auf einem ruhigen See und einer Stadt, in der nachts die Ausgangssperre gilt.

Aus dem Wunsch, ein Restaurant aufzubauen, und dem Wunsch, einfach einmal für ein paar Stunden in einer Cyberpunk-Welt zu leben.

Und vielleicht ist genau das die große Stärke von Nivalis Nights.

Es versucht nicht, Cyberpunk neu zu erfinden.

Es versucht, Cyberpunk zu fühlen.


Danke, ION LANDS

Ich habe schon einige Spiele gespielt, bei denen ich nach dem Abspann dachte:

„Das war ein gutes Spiel.“

Bei Nivalis Nights ist dieses Gefühl anders.

Ich sitze davor und denke:

Danke.

Danke dafür, dass ihr dieses Spiel gemacht habt.

Danke dafür, dass ihr nicht einfach Cloudpunk 2 gebaut habt.

Danke dafür, dass ihr Nivalis nicht nur größer, sondern tiefer gemacht habt.

Danke dafür, dass ihr verstanden habt, dass Cyberpunk nicht immer Waffen, Explosionen und Weltuntergang bedeuten muss.

Manchmal ist Cyberpunk auch einfach ein kleiner Nudelstand im Regen.

Ein Mensch, der dir seine Geschichte erzählt.

Ein Boot, das nachts auf dem Wasser treibt.

Ein Gewächshaus auf einem Dach.

Eine Wohnung mit Blick über die Neonlichter.

Eine Bar, in der Menschen sitzen.

Und eine Stadt, in der hinter jeder Ecke eine neue Geschichte warten kann.

Cloudpunk war für mich ein Juwel, das ich unverhofft am Strand gefunden habe.

Nivalis Nights ist etwas anderes.

Es fühlt sich an, als hätte jemand dieses Juwel genommen, es vorsichtig geschliffen und mir anschließend in die Hand gelegt.

Und ich glaube, ich werde es so schnell nicht wieder loslassen.

Für mich ist deshalb schon jetzt ziemlich klar:

Abgesehen von GTA 6 ist dieses kleine Indie-Spiel mein persönliches Spiel des Jahres.

Und wenn ich mir für ION LANDS noch etwas wünschen dürfte, dann wäre es der Deutsche Computerspielpreis.

Nicht, weil ein Preis ein Spiel besser macht.

Sondern weil ich finde, dass ein kleines deutsches Studio, das über Jahre mit so viel Liebe, Geduld und Leidenschaft an einer eigenen Vision gearbeitet hat, diese Anerkennung mehr als verdient hätte.

ION LANDS, ihr habt es wieder geschafft.

Danke für Nivalis.

Und jetzt entschuldigt mich bitte.

Ich muss noch Gemüse anbauen, Fische fangen und mein Nudel-Imperium vergrößern.

PS: Free the Jazz! FCK CorpSec!

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