ROG Xbox Ally X im Test: Meine kleine Super-Power-Maschine für unterwegs und das Wohnzimmer
Es gibt Geräte, die beeindrucken mich mit ihren technischen Daten. Und dann gibt es Geräte, die tatsächlich verändern, wie und wo ich spiele. Das ROG Xbox Ally X gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie.
Ich liebe mein Ally X, weil es mir etwas ermöglicht, wovon ich als Spieler früher nur träumen konnte: Meine Lieblingsspiele sind immer bei mir. Elite Dangerous, moderne AAA-Titel, ältere Klassiker und praktisch meine gesamte PC-Spielebibliothek passen in ein Gerät, das ich einfach in die Hand nehmen und mitnehmen kann.
Dabei ist das Ally X für mich längst mehr als nur ein Handheld geworden. Unterwegs spiele ich direkt auf dem integrierten Display, bei Bedarf setze ich meine Xreal-Videobrille auf und sitze plötzlich vor einer riesigen virtuellen OLED-Leinwand. Zu Hause landet das kleine Kraftpaket für rund 30 Euro in einer Dockingstation und hängt an meinem 65-Zoll-Fernseher.
Dort ersetzt es bei mir keine Steam Machine. Dort steht meine kleine Super-Power-Handheld-Maschine.
Und die hat erstaunlich viel unter der Haube.
Ein ziemlich kompletter Gaming-PC in zwei Händen
Im ROG Xbox Ally X arbeitet AMDs Ryzen AI Z2 Extreme mit acht CPU-Kernen und 16 Threads. Dazu kommen 24 GB schneller LPDDR5X-8000-Arbeitsspeicher, eine 1 TB große M.2-2280-SSD und ein 80-Wh-Akku. Das sieben Zoll große IPS-Display bietet eine Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln, bis zu 120 Hz und unterstützt AMD FreeSync Premium beziehungsweise VRR.
Gerade VRR ist für mich bei einem Gaming-Handheld fast wichtiger als die beeindruckend klingenden 120 Hz. Moderne Spiele laufen auf einem mobilen Gerät schließlich nicht immer mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde. Wenn die Bildrate beispielsweise zwischen 40 und 50 FPS schwankt, kann die variable Bildwiederholrate diese Schwankungen deutlich angenehmer erscheinen lassen.
Auf dem Papier sieht das Gesamtpaket so aus:
| Merkmal | ROG Xbox Ally X |
|---|---|
| Prozessor | AMD Ryzen AI Z2 Extreme |
| CPU | 8 Kerne / 16 Threads, bis 5,0 GHz |
| Arbeitsspeicher | 24 GB LPDDR5X-8000 |
| Speicher | 1 TB M.2-2280-SSD |
| Display | 7 Zoll IPS |
| Auflösung | 1920 × 1080 Pixel |
| Bildwiederholrate | bis 120 Hz |
| VRR | AMD FreeSync Premium |
| Helligkeit | bis 500 Nits |
| Akku | 80 Wh |
| Betriebssystem | Windows 11 Home |
| UVP | 999 Euro |
Und damit wären wir direkt beim Elefanten im Raum: 999 Euro sind eine Menge Geld für einen Gaming-Handheld.
Sehr viel Geld sogar.
Fast 1.000 Euro für einen Handheld?
Ein Steam Deck OLED ist deutlich günstiger. Auch andere Handhelds konkurrieren inzwischen um die Gunst der Spieler, darunter Geräte von Lenovo und MSI. Wer nur seine Steam-Bibliothek spielen möchte und vor allem Wert auf eine möglichst einfache, konsolenähnliche Bedienung legt, bekommt mit dem Steam Deck OLED ohne Frage ein hervorragendes Gerät für wesentlich weniger Geld.
Das ROG Xbox Ally X verfolgt aber einen anderen Ansatz. Es ist im Kern ein vollwertiger Windows-11-PC im Handheld-Format.
Steam? Natürlich.
Xbox Game Pass? Kein Problem.
Epic Games Store, GOG, Battle.net, Mods und normale Windows-Programme? Ebenfalls möglich.
Diese Freiheit ist für mich einer der größten Vorteile des Geräts. Ich bin nicht an einen einzelnen Shop oder ein geschlossenes Ökosystem gebunden. Meine PC-Spiele können mich begleiten, egal über welchen Launcher ich sie gekauft habe.
Theoretisch jedenfalls.
Denn Windows ist gleichzeitig eine der größten Stärken und eine der größten Schwächen des Ally X.

Windows: Freiheit kann manchmal ziemlich nerven
Wer ein Steam Deck einschaltet, bekommt eine Oberfläche, die von Anfang an für einen Gaming-Handheld entwickelt wurde. Das ROG Xbox Ally X arbeitet dagegen mit Windows 11 und der Xbox Full Screen Experience. Das verbessert die Bedienung mit dem Controller erheblich und vermittelt stärker das Gefühl einer Konsole, doch unter der Oberfläche bleibt Windows eben Windows.
Das bedeutet Updates. Treiber. BIOS-Aktualisierungen. Armoury Crate. Microsoft Store. Xbox-App. Verschiedene Launcher. Und wenn etwas schiefläuft, darf man manchmal auf Fehlersuche gehen.
Das habe ich selbst mit Elite Dangerous erlebt. Während meine Steam-Version problemlos funktionierte, stürzte die über Epic installierte Version auf dem Ally X immer wieder ab. Plötzlich beschäftigte ich mich mit Grafikdateien, HDR-Einstellungen, Installationsordnern und unterschiedlichen Versionen des Spiels.
Genau hier zeigt sich die Kehrseite der großen Freiheit. Auf dem Ally X kann fast alles laufen. Aber wenn etwas nicht funktioniert, hat man eben kein kleines Konsolenproblem, sondern ein vollwertiges PC-Problem in den Händen.
Mein Tipp für neue Besitzer ist deshalb simpel: Bewertet das Gerät nicht während der ersten zwei Stunden.
Lasst Windows Update, Armoury Crate, den Microsoft Store und MyASUS zunächst ihre Arbeit erledigen. Installiert alle wichtigen Firmware-, Treiber- und BIOS-Aktualisierungen, startet das Gerät anschließend neu und beginnt erst dann mit dem eigentlichen Spielen. Während im Hintergrund noch Updates, Indizierung und Installationen laufen, kann die Performance leiden und einen völlig falschen ersten Eindruck vermitteln.
Elite Dangerous auf sieben Zoll: Das Universum für die Hosentasche
Elite Dangerous gehört zu meinen absoluten Lieblingsspielen, und genau deshalb spiele ich es auch sehr gerne auf dem Ally X. Die Controllersteuerung ist durchaus brauchbar, und es macht einfach Spaß, sein Schiff mit dem Handheld durch die Galaxis zu steuern.
Für mich hat das etwas Besonderes. Ein Spiel mit einer kompletten Milchstraße, Milliarden von Sternensystemen und meinen eigenen Schiffen läuft auf einem Gerät, das ich einfach mitnehmen kann.
Allerdings gibt es dabei ein Problem: Der sieben Zoll große Bildschirm ist für meine Augen manchmal schlicht zu klein. Gerade die Benutzeroberfläche von Elite Dangerous wurde ursprünglich nicht für ein derart kleines Display entwickelt. Texte, Menüs und einzelne Anzeigen können auf Dauer anstrengend werden.
Zum Glück hat das Ally X zwei USB-C-Anschlüsse.
Und hier kommt meine Xreal-Videobrille ins Spiel.
Ich verbinde die Brille mit einem USB-C-Anschluss und bekomme dadurch eine riesige virtuelle OLED-Leinwand direkt vor meinen Augen. Den zweiten USB-C-Port kann ich gleichzeitig für die Stromversorgung verwenden. Für mich ist diese Kombination einer der größten Vorteile des Geräts.
Aus einem kleinen Sieben-Zoll-Handheld wird plötzlich ein persönliches Gaming-Kino.
Gerade bei Elite Dangerous passt das hervorragend. Ich sitze nicht mehr gebeugt vor einem kleinen Display und versuche, winzige Texte zu entziffern. Stattdessen breitet sich das Cockpit groß vor meinen Augen aus, während ich das Schiff weiterhin direkt mit dem Ally X steuere.
Mein größtes Highlight: der Docking-Modus
So sehr ich die mobile Nutzung mag, mein persönliches Highlight ist tatsächlich der Docking-Modus.
Man braucht dafür nicht zwangsläufig sündhaft teures Zubehör. Bei mir reicht eine günstige Dockingstation für rund 30 Euro, um das Ally X mit einem Fernseher zu verbinden. Und plötzlich läuft ein kleiner Handheld an meinem 65-Zoll-TV.
Bei Elite Dangerous wird es besonders interessant. Das Spiel ist inzwischen etwas älter und entsprechend genügsamer als viele aktuelle AAA-Produktionen. Mit mittleren Grafikeinstellungen und FSR erreiche ich auf meinem 4K-Fernseher durchaus rund 60 FPS.
Das muss man sich einmal vor Augen halten: Ich nehme ein Gerät in die Hand, das kaum größer als ein Controller ist, stelle es in eine günstige Dockingstation und spiele anschließend Elite Dangerous in 4K auf 65 Zoll.
Einfach wundervoll, wie viel Power in diesem kleinen Ding steckt.

Natürlich sollte niemand daraus schließen, dass der Ally X jedes aktuelle AAA-Spiel nativ in 4K und 60 FPS bewältigt. Das wäre schlicht unrealistisch. Elite Dangerous profitiert von seinem Alter, von angepassten Grafikeinstellungen und von FSR. Moderne grafisch anspruchsvolle Spiele verlangen deutlich mehr Kompromisse.
Aber genau darum geht es für mich gar nicht.
Der Ally X ist fast stark genug, um einen Gaming-Rechner zu ersetzen, wenn man keine allzu hohen Ansprüche hat. Auch moderne Spiele ließen sich bei meinen bisherigen Tests immer gut spielen. Vielleicht nicht in Ultra, vielleicht nicht immer in 1080p und garantiert nicht jedes Spiel mit 60 FPS. Aber sie laufen.
Und plötzlich stellt sich die Frage, ob man im Wohnzimmer wirklich noch einen zweiten großen Gaming-PC braucht.
Bei mir steht jedenfalls keine Steam Machine neben dem Fernseher. Dort arbeitet meine kleine Super-Power-Handheld-Maschine.
1080p ist nicht immer die beste Entscheidung
Das integrierte Display besitzt eine native Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln. Das klingt gut und sieht auch gut aus. Trotzdem sollte man nicht automatisch jedes Spiel in nativen 1080p laufen lassen.
Auf sieben Zoll kann eine niedrigere Renderauflösung überraschend gut aussehen. Gerade bei anspruchsvollen Spielen ist 900p für mich ein sehr interessanter Mittelweg. In Kombination mit FSR oder anderen Upscaling-Techniken lässt sich dadurch zusätzliche Leistung gewinnen, ohne dass die Bildqualität auf dem kleinen Display dramatisch leidet.
Ein guter Ausgangspunkt für anspruchsvolle Spiele ist:
900p, mittlere bis hohe Einstellungen, 40 FPS als Ziel und VRR aktiviert.
Warum gerade 40 FPS?
Weil stabile 40 Bilder pro Sekunde auf einem VRR-Display erheblich flüssiger wirken können, als man vielleicht erwartet. Gleichzeitig benötigt das Gerät weniger Leistung als für stabile 60 FPS. Das bedeutet weniger Stromverbrauch, weniger Wärme und eine längere Akkulaufzeit.
Nicht jedes Spiel braucht maximale Leistung. Stardew Valley muss nicht mit derselben Leistungsaufnahme betrieben werden wie Cyberpunk 2077.
Das klingt selbstverständlich. Trotzdem ist der Turbo-Modus verführerisch. Mehr Watt, mehr Leistung, mehr FPS. Nur verwandelt man bei weniger anspruchsvollen Spielen einen guten Teil der zusätzlichen Energie hauptsächlich in Wärme und Lüftergeräusche.

17 Watt können der heimliche Sweet Spot sein
Eine der interessantesten Erkenntnisse aus Tests und Nutzererfahrungen ist, dass maximale Leistung nicht automatisch das beste Spielerlebnis bedeutet.
Je nach Spiel kann ein Leistungsprofil um etwa 17 Watt einen hervorragenden Kompromiss darstellen. Man erhält einen großen Teil der möglichen Performance, während die Akkulaufzeit deutlich besser ausfallen kann als im maximalen Turbo-Modus.
Bei älteren Spielen oder Indies können sogar 13 Watt oder weniger ausreichen.
Natürlich gibt es keine magische Wattzahl, die für jedes Spiel perfekt funktioniert. Cyberpunk 2077 hat andere Anforderungen als Hades oder ein 15 Jahre alter Klassiker. Aber genau darin liegt eine der großen Stärken des Ally X: Man kann die Leistung dem Spiel anpassen.
Meine Empfehlung wäre deshalb, nicht einfach dauerhaft Turbo zu aktivieren. Beginnt mit einem vernünftigen Performance-Profil und schaut, ob das Spiel bereits gut läuft. Wenn ja, gibt es keinen Grund, zusätzliche Akkulaufzeit für fünf FPS zu opfern, die man vielleicht kaum bemerkt.
Der 80-Wh-Akku ist groß, aber zaubern kann er nicht
Mit 80 Wh besitzt das Ally X einen für einen Handheld großen Akku. Trotzdem hängt die tatsächliche Laufzeit enorm davon ab, was man mit dem Gerät macht.
Bei anspruchsvollen AAA-Spielen und hoher Leistungsaufnahme sollte man grob mit zwei bis drei Stunden rechnen. Bei einem gut abgestimmten Leistungsprofil um 17 Watt können je nach Spiel drei bis vier Stunden möglich sein. Leichte Indie-Spiele, ältere Titel oder Videowiedergabe halten entsprechend länger durch.
Das Entscheidende ist: Der Nutzer hat erheblichen Einfluss auf die Laufzeit.
Auflösung, Displayhelligkeit, TDP, FPS-Limit, Grafikdetails, Funkverbindungen und Hintergrundprogramme können den Stromverbrauch beeinflussen. Wer bereit ist, ein wenig zu experimentieren, kann aus dem Ally X deutlich mehr herausholen als jemand, der einfach alles auf Maximum stellt.
Leise kann das kleine Kraftpaket auch
Trotz der hohen Leistung kann das Ally X überraschend leise arbeiten. Messungen von Notebookcheck ergaben ungefähr 31 dB(A) im Performance-Modus, rund 37 dB(A) im Turbo-Modus auf Akku und etwa 43 dB(A) bei maximalem Turbo-Betrieb am Netzteil.
Im normalen Performance-Modus bleibt das Gerät damit angenehm zurückhaltend. Erst wenn am Stromanschluss wirklich die maximale Leistung abgerufen wird, werden die Lüfter deutlich hörbar.
Auch hier gilt für mich: Warum den Handheld unnötig brüllen lassen, wenn das Spiel mit weniger Watt genauso viel Spaß macht?
24 GB RAM und die Sache mit dem VRAM
Das Ally X verfügt über 24 GB LPDDR5X-8000-Arbeitsspeicher. Das klingt für einen Handheld üppig, hat aber einen guten Grund: CPU und integrierte Radeon-Grafik teilen sich diesen Speicher.
Über Armoury Crate lässt sich einstellen, wie viel Speicher fest für die GPU reserviert werden soll. Hier lauert allerdings eine kleine Falle.
Mehr VRAM ist nicht automatisch besser.
Wer der GPU sehr viel Speicher fest zuweist, nimmt diesen gleichzeitig Windows und dem eigentlichen Spiel als normalen Arbeitsspeicher weg. Einige Spiele profitieren von einer höheren festen Zuweisung oder verlangen eine bestimmte Menge Videospeicher. Bei anderen kann eine automatische Speicherverwaltung sinnvoller sein.
Mein Rat lautet deshalb: Nicht blind den höchstmöglichen Wert einstellen. Wenn ein Spiel Probleme macht oder über zu wenig VRAM klagt, kann man gezielt experimentieren.

Die SSD lässt sich austauschen, und das könnte noch wichtig werden
Ab Werk sind 1 TB Speicher verbaut. Das klingt zunächst großzügig, doch moderne Spiele haben eine bemerkenswerte Begabung dafür entwickelt, SSDs schneller zu füllen, als man „150-Gigabyte-Day-One-Patch“ sagen kann.
Der große Vorteil des Ally X ist die Verwendung einer normalen M.2-2280-SSD. Dieses Format ist im PC-Bereich weit verbreitet und bietet eine wesentlich größere Auswahl als exotische oder proprietäre Speicherlösungen.
Damit sind Upgrades auf 2 oder 4 TB vergleichsweise unkompliziert möglich. Theoretisch kommen auch noch größere Kapazitäten infrage, wobei Bauhöhe, Stromverbrauch und Wärmeentwicklung beachtet werden sollten.
Gerade angesichts steigender Preise für DRAM und NAND-Flash ist dieser Punkt nicht unwichtig. Die starke Nachfrage durch KI-Rechenzentren setzt den Speichermarkt unter Druck. Geräte mit 24 GB schnellem LPDDR5X und einer 1-TB-SSD sind davon nicht unabhängig.
Ob ASUS den Preis des Ally X deshalb erhöhen wird, lässt sich nicht seriös vorhersagen. Eine solche angekündigte Preiserhöhung ist mir nicht bekannt. Klar ist aber, dass steigende Speicherpreise die gesamte Elektronikbranche treffen können und gerade leistungsfähige Handhelds große Mengen genau jener Komponenten benötigen.
Vielleicht wirken 999 Euro dadurch irgendwann weniger verrückt. Günstig werden sie deshalb allerdings noch lange nicht.

Steam Deck OLED gegen ROG Xbox Ally X: Muss teuer automatisch besser sein?
Der wahrscheinlich wichtigste Konkurrent ist das Steam Deck OLED. Und hier muss man fair bleiben: Das Steam Deck bietet für deutlich weniger Geld ein hervorragendes Gesamtpaket.
Es besitzt ein OLED-Display, SteamOS und eine Oberfläche, die konsequent für die Controllerbedienung entwickelt wurde. Einschalten, Spiel auswählen, loslegen. Für viele Spieler ist genau das der entscheidende Vorteil.
Das Ally X ist leistungsfähiger und flexibler, kostet aber erheblich mehr.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Welches Gerät ist grundsätzlich besser?
Sondern: Was möchte ich damit machen?
Wer hauptsächlich Steam-Spiele spielt, ein möglichst unkompliziertes Konsolenerlebnis sucht und weniger ausgeben möchte, ist mit einem Steam Deck OLED hervorragend bedient.
Wer dagegen Game Pass, Epic, GOG, Battle.net, Mods, verschiedene Windows-Programme, externe Displays, Docks und maximale Freiheit nutzen möchte, bekommt mit dem Ally X Möglichkeiten, die weit über eine klassische Handheld-Konsole hinausgehen.
Ich würde niemals behaupten, das Ally X sei doppelt so gut wie ein Steam Deck, nur weil es beinahe doppelt so viel kostet. So funktioniert Technik nicht.
Für meine persönliche Nutzung ist das Ally X trotzdem das passendere Gerät.
Bazzite: SteamOS-Gefühl für experimentierfreudige Nutzer
Wer Windows überhaupt nicht mag, kann einen Blick auf Bazzite werfen. Das Linux-basierte Betriebssystem ermöglicht auf kompatiblen Handhelds ein Erlebnis, das stark an SteamOS erinnert.
Tests zeigen, dass Bazzite in einzelnen Spielen und bestimmten Leistungsprofilen sogar effizienter als Windows arbeiten kann. Dazu kommt eine stärker auf Controller und Gaming ausgerichtete Bedienung.
Man sollte allerdings wissen, worauf man sich einlässt. Nicht jedes Spiel funktioniert unter Linux problemlos. Game Pass und bestimmte Anti-Cheat-Systeme können Schwierigkeiten bereiten. Auch Dual Boot bedeutet zusätzlichen Einrichtungs- und Wartungsaufwand.
Für Bastler kann die Kombination aus Windows und Bazzite ausgesprochen interessant sein. Windows übernimmt Game Pass und maximale Kompatibilität, Bazzite sorgt für das konsolenähnlichere Steam-Erlebnis.
Wer einfach nur spielen möchte, muss sich damit aber nicht beschäftigen.
Meine wichtigsten Tipps für neue Besitzer
Nach meinen eigenen Erfahrungen und den Erkenntnissen aus Tests und Nutzerberichten würde ich neuen Besitzern vor allem Folgendes empfehlen:
- Erst alle Updates installieren. Windows, Armoury Crate, MyASUS, Microsoft Store, Xbox-App, Treiber, Firmware und BIOS sollten aktuell sein, bevor man die Leistung beurteilt.
- Nicht jedes Spiel im Turbo-Modus starten. Weniger anspruchsvolle Spiele benötigen deutlich weniger Leistung.
- 17 Watt als Ausgangspunkt ausprobieren. Je nach Spiel kann das ein sehr guter Kompromiss zwischen Performance und Akkulaufzeit sein.
- 40 FPS nicht unterschätzen. Zusammen mit VRR können stabile 40 FPS überraschend flüssig wirken.
- 900p testen. Gerade auf sieben Zoll kann diese Auflösung einen hervorragenden Mittelweg zwischen Bildqualität und Performance bieten.
- VRAM nicht blind maximieren. Mehr reservierter Grafikspeicher bedeutet weniger normalen RAM für Windows und das Spiel.
- Die beiden USB-C-Anschlüsse nutzen. Für mich persönlich ist die Kombination aus Xreal-Videobrille und gleichzeitiger Stromversorgung ein echtes Highlight.
- Ein günstiges Dock kann das Gerät verwandeln. Aus dem Handheld wird am Fernseher ein erstaunlich leistungsfähiger kleiner Wohnzimmer-PC.
- Bei SSD-Upgrades nicht nur auf maximale Geschwindigkeit achten. Stromverbrauch und Wärmeentwicklung sind bei einem Handheld ebenfalls wichtig.
- Cloud-Spielstände kontrollieren. Wer zwischen Desktop-PC und Ally X wechselt, sollte nicht blind darauf vertrauen, dass jeder Launcher seine Spielstände immer perfekt synchronisiert.

Ist das ROG Xbox Ally X seine 999 Euro wert?
Das ist die Frage, die sich am Ende wahrscheinlich jeder stellt. Und meine Antwort lautet: Es kommt darauf an, was man darin sieht.
Als reine Handheld-Konsole für ein paar Steam-Spiele sind 999 Euro schwer zu rechtfertigen. Das Steam Deck OLED ist günstiger, unkomplizierter und bietet ein hervorragendes Spielerlebnis.
Für mich ist das Ally X aber keine reine Handheld-Konsole.
Es ist mein tragbares Elite-Dangerous-Cockpit. Mein kleiner Windows-PC. Meine Spielebibliothek für unterwegs. Mit meiner Xreal-Brille wird daraus eine riesige virtuelle OLED-Leinwand, und mit einer 30-Euro-Dockingstation verwandelt sich das Gerät in eine kleine Gaming-Maschine für meinen 65-Zoll-Fernseher.
Ja, Windows kann nerven. Ja, der Bildschirm ist mir persönlich manchmal zu klein. Und ja, 999 Euro sind verdammt viel Geld.
Aber dann sitze ich auf dem Sofa, nehme dieses kleine Ding in die Hand und fliege in Elite Dangerous durch die Milchstraße. Oder ich stelle es ins Dock und spiele dasselbe Spiel mit mittleren Einstellungen, FSR und rund 60 FPS in 4K auf 65 Zoll.
Und dann denke ich mir jedes Mal wieder: Es ist schon ziemlich verrückt, wie viel Power heute in zwei Hände passt.
Bei mir steht deshalb keine Steam Machine im Wohnzimmer.
Da steht meine kleine Super-Power-Handheld-Maschine.