Space Mining – Warum Asteroidenabbau im All eines meiner größten Gaming-Hobbys ist
Es gibt Menschen, die entspannen beim Angeln. Manche sitzen stundenlang an einem See, genießen die Ruhe und warten geduldig auf den nächsten Biss. Ich gehöre definitiv auch zu dieser Sorte Spieler – allerdings nicht nur am Wasser.
Sobald ein Spiel mir die Möglichkeit gibt, gemütlich zu angeln, bin ich meistens sofort dabei. Doch wenn ich nicht gerade mit einer Angelrute an einem virtuellen Fluss sitze, zieht es mich zwischen Asteroidenfelder, Gaswolken und ferne Planetensysteme. Space Mining gehört seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbeschäftigungen in Videospielen.
Natürlich gilt das nur, solange nicht irgendwo ein gelangweilter PvP-Spieler darauf wartet, friedliche Bergleute in Schutt und Asche zu verwandeln. Denn eigentlich ist Asteroidenabbau für mich genau das Gegenteil von Stress. Es ist ruhig, entschleunigend und fast schon meditativ. Man hört Musik oder ein Hörbuch, beobachtet den Laser beim Arbeiten und freut sich über jeden wertvollen Erzbrocken, der im Frachtraum landet.
Über die Jahre haben mich viele Spiele hunderte Stunden lang an ihre Asteroidenfelder gefesselt. Jedes davon verfolgt einen ganz eigenen Ansatz – und genau das macht Space Mining für mich so faszinierend.
Star Citizen – Wenn Mining zur Wissenschaft wird
Star Citizen verfolgt vermutlich den realistischsten und simulationslastigsten Ansatz aller aktuellen Weltraumspiele.
Bevor überhaupt ein Laser aktiviert wird, beginnt die Suche nach einem geeigneten Asteroiden. Mit Scannern analysiert man Zusammensetzung, Reinheit und Instabilität der Vorkommen. Erst danach beginnt das eigentliche Mining-Minispiel.

Hier entscheidet Fingerspitzengefühl über Erfolg oder Explosion. Über die Leistung des Mining-Lasers muss der Asteroid exakt in einem grünen Energiebereich gehalten werden. Zu wenig Leistung bewirkt nichts, zu viel lässt den Felsen spektakulär explodieren – manchmal gleich zusammen mit dem eigenen Schiff.
Anschließend beginnt erst der wirtschaftliche Teil. Die Erze müssen transportiert, über Echtzeit raffiniert und später verkauft werden.

Ich liebe diese Vielfalt. Egal ob mit Handwerkzeug, Bodenfahrzeug oder riesigem Bergbauschiff – Star Citizen bietet unglaublich viele Möglichkeiten. Sollte Cloud Imperium Games seine Versprechen halten, könnte das irgendwann das beste Mining-Spiel überhaupt werden. Wenn da nicht immer wieder Ganker wären, die friedlichen Bergleuten den Tag vermiesen. Ohne diese Gefahr könnte ich wahrscheinlich Wochen in den verschiedenen Mining-Schiffen verbringen, die RSI mittlerweile anbietet.
Elite Dangerous – Gänsehaut zwischen den Sternen
Elite Dangerous ist für mich Heimat.
Kein anderes Spiel hat mich über so viele Jahre begleitet und kaum ein anderes Weltraumspiel vermittelt dieses Gefühl, tatsächlich alleine zwischen Milliarden Sternen unterwegs zu sein.
Besonders beeindruckend ist dabei die Vielfalt des Minings.
Das klassische Laser-Mining lässt Drohnen automatisch die abgesprengten Erzfragmente einsammeln. Beim Sub-Surface-Mining feuert man spezielle Raketen unter die Oberfläche eines Asteroiden und muss den perfekten Zeitpunkt für die Explosion treffen.
Die Königsklasse ist allerdings Deep Core Mining.
Man sucht nach Asteroiden mit Rissen, platziert seismische Ladungen exakt dosiert in den Spalten und bringt den kompletten Asteroiden schließlich zur Explosion. Wenn der Zeitpunkt perfekt gewählt wurde, zerreißt der Felsen unter einem der besten Sounddesigns, das ich jemals in einem Videospiel erlebt habe.
Dieser Moment sorgt selbst nach hunderten Stunden immer noch für Gänsehaut.
Mit der neuen Type-11 hat Frontier außerdem endlich ein Mining-Schiff veröffentlicht, das sich genau für diese Aufgabe wie geschaffen anfühlt.
Never fly without rebuy, and never forget your limpets!
EVE Online – Entspannung in ihrer reinsten Form
Vermutlich habe ich in keinem anderen Spiel meines Lebens mehr Zeit mit Asteroidenabbau verbracht als in EVE Online.
Nicht weil Mining dort besonders aufregend wäre.
Sondern weil es unglaublich entspannend ist.
Man markiert seine Asteroiden, aktiviert die Strip Miner und lässt die Bergbauzyklen arbeiten. Währenddessen läuft im Hintergrund ein gutes Hörbuch oder eine Tasse Tee steht auf dem Schreibtisch.
Genau diese Ruhe liebe ich.

Leider ist das Mining in EVE inzwischen sehr stark auf Multiboxing ausgelegt. Wer wirklich große wirtschaftliche Ziele erreichen möchte, kommt oft kaum noch daran vorbei, mehrere Accounts gleichzeitig zu spielen.
Trotzdem macht es unglaublich viel Spaß, gemeinsam mit einer Corporation ganze Asteroidenfelder leerzuräumen. Auch wenn der persönliche Gewinn manchmal überschaubar bleibt, trägt jeder Bergmann seinen Teil zum Erfolg der Corporation bei. Genau dieser Gameplay-Loop funktioniert für mich bis heute hervorragend.
X4: Foundations – Der Manager übernimmt
So sehr ich X4 liebe – Mining spielt hier letztlich eher die Rolle einer Wirtschaftsmechanik.
Natürlich kann man selbst im Cockpit sitzen und Asteroiden abbauen. Wirklich reich wird man dadurch allerdings nicht.
Die eigentliche Stärke des Spiels beginnt erst mit der Automatisierung.
Man kauft Bergbauschiffe, stellt Kapitäne ein und schickt ganze Flotten selbstständig in Asteroidenfelder. Von dort versorgen sie Fabriken und Produktionsketten mit Erz, Silizium oder Gas.
Das funktioniert hervorragend.
Trotzdem wünsche ich mir manchmal, X4 würde das manuelle Mining stärker belohnen. Ich würde unglaublich gerne die Geschichte eines einzelnen Bergmanns spielen, der sich vom Niemand zum größten Minenunternehmer der Galaxie hocharbeitet.
Zum Glück funktioniert genau das im eigenen Rollenspiel wunderbar.
Avorion – Mining als Herzstück des Spiels
Avorion gehört für mich zu den wenigen Spielen, in denen Mining wirklich im Mittelpunkt steht.
Asteroiden bestehen aus zerstörbaren Voxeln und werden Stück für Stück physisch abgebaut. Gleichzeitig arbeitet man sich immer weiter ins Zentrum der Galaxie vor, um seltenere Materialien wie Naonite, Xanion oder schließlich Avorion selbst zu finden.
Auch hier kann später vieles automatisiert werden.
Der große Unterschied zu X4 besteht allerdings darin, dass Mining selbst nach hunderten Stunden niemals seine Bedeutung verliert. Es bleibt lohnenswert und motivierend.
Genau deshalb liebe ich Avorion so sehr.
Mass Effect – Der Ursprung meiner Mining-Leidenschaft
Eigentlich ist das Mining in Mass Effect 2 und Mass Effect 3 nur ein kleines Nebenfeature.
Mit der Normandy umkreist man Planeten, scannt deren Oberfläche nach Rohstoffen und schießt anschließend Sonden auf vielversprechende Lagerstätten.
Mehr ist es nicht.
Und trotzdem hat genau dieses kleine Minispiel meine Liebe zum Space Mining geweckt.
Die Hoffnung auf eine besonders reiche Platinader oder seltenes Element Zero sorgte jedes Mal für Vorfreude.
Vielleicht war das System simpel.
Aber genau dort begann meine Begeisterung für virtuelle Bergbauabenteuer.
No Man's Sky – Entdecken statt Abbauen
No Man's Sky verfolgt einen deutlich anderen Ansatz.
Das eigentliche Herzstück des Spiels sind Erkundung, Basenbau und das Entdecken fremder Welten.
Mining findet überwiegend auf Planeten statt, wo man mit dem Terrain Manipulator Erzadern direkt aus dem Boden schmilzt. Im All werden Asteroiden eher nebenbei mit Schiffslasern zerlegt, um schnell Tritium oder andere Rohstoffe zu sammeln.
Trotzdem gehört No Man's Sky für mich unbedingt auf diese Liste.
Denn auch dort schlägt das Herz eines Bergmanns höher, sobald man sich bewusst auf diesen Spielstil einlässt.
Dyson Sphere Program – Wenn Mining galaktische Ausmaße annimmt
Dyson Sphere Program ist weniger ein klassisches Mining-Spiel als vielmehr ein gigantisches Logistik-Puzzle.
Überall entstehen automatisierte Bergbau-Außenposten, die Rohstoffe fördern und über interstellare Frachter quer durch die Galaxie transportieren.
Alles dient letztlich einem einzigen Ziel:
Dem Bau einer gewaltigen Dyson-Sphäre.

Wer einmal angefangen hat, Produktionsketten zu optimieren, versteht sehr schnell, warum dieses Spiel einen solchen Suchtfaktor entwickelt.
SpaceCraft – Große Zukunft im Early Access
SpaceCraft hat mich in erstaunlich kurzer Zeit in seinen Bann gezogen.
Man baut zunächst mit Bergbau-Lasern große Felsbrocken auf Planeten ab und errichtet später Basen direkt auf Erzvorkommen, aus denen riesige Produktionsketten entstehen.
Besonders beeindruckend ist der nahtlose Übergang zwischen Planetenoberflächen und dem offenen Weltraum.
Alles wirkt wie aus einem Guss.
Obwohl sich das Spiel noch im Early Access befindet, kann ich es schon heute empfehlen. Nicht weil es bereits fertig wäre, sondern weil es unglaublich entspannt zu spielen ist. Da SpaceCraft vollständig auf PvE setzt, kann man sich ganz auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht: Rohstoffe fördern, Fabriken bauen und das eigene Bergbauunternehmen wachsen lassen.
Falls euch das Spiel interessiert, findet ihr übrigens bereits einen ausführlichen Artikel hier auf der Sternen Schmiede.
Factorio – Mining für Perfektionisten
Factorio ist eigentlich kein klassisches Cockpit-Mining-Spiel.
Trotzdem dreht sich nahezu alles um Rohstoffe.
Das eigentliche Ziel besteht nicht darin, Erze einfach nur abzubauen, sondern komplette Produktionsketten zu automatisieren. Außenposten, Drohnen, Logistiknetzwerke und schließlich sogar planetenübergreifende Lieferketten greifen perfekt ineinander.
Eine Optimierung jagt die nächste.

Kaum ist eine Produktionslinie effizient, entdeckt man bereits die nächste Möglichkeit, noch ein paar Prozent mehr Leistung herauszuholen.
Genau deshalb macht Factorio so süchtig.
Auch wenn ich persönlich das Mining aus dem Cockpit immer bevorzugen werde.
Warum ich Space Mining niemals satt werde
Vielleicht klingt es für Außenstehende seltsam, hunderte oder sogar tausende Stunden damit zu verbringen, virtuelle Asteroiden abzubauen.
Für mich steckt darin jedoch viel mehr.

Es geht nicht nur um Credits, Erz oder Produktionsketten. Es geht um das Gefühl, ein einfacher Bergmann zu sein, der irgendwo zwischen den Sternen seinen Lebensunterhalt verdient. Genau dieses Rollenspiel liebe ich. In Gedanken entsteht dabei oft eine eigene Geschichte. Mein Schiff ist mein Zuhause, die nächste Raumstation mein Hafen und jeder gefüllte Frachtraum ein kleiner Erfolg.
Dieses Gefühl erinnert mich sehr an Angelspiele.
Auch dort geht es selten darum, möglichst schnell möglichst viel zu fangen. Es geht um die Ruhe. Um die Atmosphäre. Um den Moment.
Genau deshalb werde ich wahrscheinlich jedes neue Weltraumspiel ausprobieren, das Space Mining verspricht.
Denn irgendwo da draußen wartet bestimmt schon der nächste Asteroid, der nur darauf wartet, von einem begeisterten Bergmann entdeckt zu werden.
Jetzt seid ihr dran! 🚀⛏️
Kennt ihr noch weitere Weltraumspiele, in denen Space Mining eine wichtige Rolle spielt? Vielleicht gibt es ja einen Geheimtipp, den ich bisher völlig übersehen habe. Schreibt eure Empfehlungen gerne in die Kommentare und erzählt mir, was euch an dem jeweiligen Mining-System begeistert. Vielleicht entdeckt die Sternen Schmiede dadurch ihr nächstes großes Weltraumabenteuer – und wer weiß, vielleicht wird genau euer Vorschlag schon bald in einem ausführlichen Test oder Artikel vorgestellt. Ich freue mich auf eure Empfehlungen!