Was verrät eure Steam-Bibliothek über euch? Ich habe meine eigene unter die Lupe genommen und Erstaunliches entdeckt

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Was verrät eure Steam-Bibliothek über euch? Ich habe meine eigene unter die Lupe genommen und Erstaunliches entdeckt

566 Spiele, 11.769 Stunden und ein ziemlich eindeutiges Muster

Ich wollte eigentlich nur einmal wissen, was meine Steam-Bibliothek über meinen Spielgeschmack verrät. Also habe ich meine Sammlung bei SteamDB ausgewertet.

Das Ergebnis: 566 Spiele befinden sich in meiner Bibliothek, 227 davon habe ich tatsächlich gespielt. Zusammen kommen sie auf 11.769 Stunden Spielzeit. Mein Durchschnitt liegt bei 51,8 Stunden pro Spiel. Gleichzeitig warten noch 339 Titel darauf, überhaupt gestartet zu werden.
Die Zahlen zeigen dabei etwas, das mir vorher gar nicht so bewusst war: Ich spiele zwar viele unterschiedliche Genres, aber meine Lieblingsspiele haben erstaunlich viel gemeinsam.


Ich möchte etwas aus dem Nichts aufbauen

Wenn ich einen Begriff für meinen Spielgeschmack finden müsste, wäre es wahrscheinlich From Zero to Hero.

Diese Faszination begann für mich schon mit Gothic. Man startet als Niemand, hat kaum etwas, muss sich durch die Welt kämpfen und sich seinen Platz erst verdienen. Mit jedem Schritt verändern sich die eigenen Möglichkeiten.

Genau dieses Gefühl taucht in vielen meiner Lieblingsspiele wieder auf.

In Kenshi beginnt man schwach und unbedeutend. In ARK startet man praktisch mit leeren Händen. In RimWorld versucht man zunächst, überhaupt eine funktionierende Kolonie aufzubauen. In X4 kann aus einem kleinen Schiff irgendwann ein eigenes Wirtschaftsimperium werden.

Und in Ostranauts?

Da beginnt man mit Schulden und einem mehr oder weniger funktionierenden Raumschiff.

Nach rund 50 Stunden hatte ich meine Schulden abbezahlt, mein Schiff umgebaut, technische Probleme überstanden und schließlich ein eigenes Sprungschiff gebaut. Dazu kam ein Jahres-Ticket fürs Salvaging.

Genau dieser Weg ist für mich ein großer Teil des Spielspaßes.

Nicht einfach etwas Mächtiges zu bekommen, sondern zu sehen, wie es aus den eigenen Entscheidungen entstanden ist.


Meine meistgespielten Spiele sind kein Zufall

Ein Blick auf meine Spielzeit macht das besonders deutlich.

Ganz oben stehen:

EVE Online – 1.874,7 Stunden
Elite Dangerous – 1.757 Stunden
X4: Foundations – 926,4 Stunden
The Elder Scrolls Online – 849,2 Stunden
ARK: Survival Evolved – 310,6 Stunden
SCUM – 226,1 Stunden
Stellaris – 205 Stunden
Starfield – 204,3 Stunden
RimWorld – 181,3 Stunden
Red Dead Redemption 2 – 178,3 Stunden

Das sind auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Spiele.

Aber fast alle geben mir eine Welt, in der ich mich langfristig entwickeln kann.

Bei EVE und X4 bedeutet das Schiffe, Handel, Wirtschaft und irgendwann eine eigene Flotte.

Bei Elite Dangerous ist es die Entwicklung vom kleinen Schiff zum spezialisierten Piloten.

Bei RimWorld entsteht aus einer Handvoll Überlebender eine funktionierende Kolonie.

Und bei ARK wird aus dem hilflosen Überlebenden irgendwann jemand mit Basis, Ausrüstung und einer Sammlung von Dingen, die man natürlich niemals wieder wegwerfen kann.


Ich mag Spiele, die mich machen lassen

Ein weiterer roter Faden ist die Freiheit.

Ich brauche kein Spiel, das mir alle fünf Minuten sagt, was mein nächstes Ziel ist. Viel lieber bekomme ich eine Welt und entscheide selbst, was ich daraus mache.

Das zeigt sich besonders bei EVE Online, Elite Dangerous, X4, Kenshi und RimWorld.

Ich kann handeln, kämpfen, bauen, erkunden oder mich einfach auf irgendein eigenes Ziel konzentrieren.

Dabei entstehen oft die besten Geschichten ganz nebenbei.

Ein kaputter Reaktor in Ostranauts.

Eine eskalierende Kolonie in RimWorld.

Ein Charakter in Kenshi, der sich langsam vom geprügelten Niemand zum ernstzunehmenden Kämpfer entwickelt.

Das sind Momente, die mir stärker im Gedächtnis bleiben als manche perfekt inszenierte Zwischensequenz.


Trotzdem liebe ich klassische Rollenspiele

Meine Bibliothek besteht also keineswegs nur aus Simulationen und Sandbox-Spielen.

The Elder Scrolls Online kommt auf 849,2 Stunden, Oblivion Remastered auf 183,4, Red Dead Redemption 2 auf 178,3, Cyberpunk 2077 auf 134,8 und Kingdom Come: Deliverance auf 127,2 Stunden.

Auch hier ist der gemeinsame Nenner für mich die Welt.

Ich möchte einen Charakter entwickeln, bessere Ausrüstung bekommen, neue Möglichkeiten freischalten und mich irgendwann deutlich von dem unterscheiden, mit dem ich angefangen habe.

Bei einem guten Rollenspiel ist der Charakter am Ende nicht mehr derselbe wie am Anfang.

Und genau diese Entwicklung liebe ich.


Deshalb überrascht mich Space Haven gerade nicht

Nach meinen 50 Stunden Ostranauts bin ich inzwischen bei Space Haven gelandet.

Das passt ziemlich gut zu meiner bisherigen Spielehistorie.

Es verbindet Raumschiff, Crew, Ressourcen, Technik und Überleben. Gleichzeitig gibt es mir wieder etwas, das ich besonders mag: einen Ausgangspunkt und jede Menge Möglichkeiten, daraus etwas Eigenes zu machen.

Ich erwarte dabei gar nicht, dass es Ostranauts ersetzt.

Ich bin vielmehr gespannt, ob es mich auf eine andere Weise genauso lange beschäftigen kann.

Denn genau das ist bei mir die eigentliche Hürde.

Ich besitze 566 Spiele, aber nur 66 davon habe ich mindestens 25 Stunden gespielt.

Wenn ein Spiel diese Schwelle überschreitet, hat es bei mir etwas richtig gemacht.


Mein Spielerprofil

Wenn ich meine Bibliothek auf ein paar Punkte reduzieren müsste, sähe es so aus:

From Zero to Hero
Ich liebe Entwicklung. Vom Niemand zum Jemand, vom kleinen Schiff zur Flotte oder von der ersten Hütte zur funktionierenden Basis.

Freiheit
Eigene Ziele sind mir wichtiger als ein strikt vorgegebener Ablauf.

Systeme
Wirtschaft, Ressourcen, Technik, Charakterentwicklung und andere Spielmechaniken dürfen gerne ineinandergreifen.

Welten
Ich bleibe gerne lange in einer Welt, wenn sie mir genug Gründe dafür gibt.

Eigene Geschichten
Die besten Erlebnisse entstehen für mich oft nicht durch die Handlung des Spiels, sondern durch das, was während des Spielens passiert.

Vielleicht lässt sich mein Spielgeschmack deshalb am einfachsten so zusammenfassen:

Gib mir wenig. Gib mir eine Welt. Und lass mich sehen, was ich daraus machen kann.


So kannst du deinen eigenen Spielgeschmack analysieren

Das Ganze funktioniert übrigens nicht nur mit meiner Bibliothek.

Wer wissen möchte, welche Spiele ihn tatsächlich langfristig begeistern, kann dafür seine Steam-Daten verwenden.

Eine gute Ausgangsbasis ist der Steam Calculator von SteamDB.

SteamDB Steam Calculator

1. SteamDB öffnen

SteamDB aufrufen und das eigene Steam-Profil beziehungsweise die SteamID eingeben.

2. Spieleliste kopieren

Die angezeigte Spieleliste inklusive Spielzeiten kopieren. Je vollständiger die Daten sind, desto besser funktioniert die spätere Analyse.

3. Die Daten an ChatGP und Co. geben

Die Liste einfach in ChatGPT einfügen oder als Datei hochladen und beispielsweise diesen Prompt verwenden:

Analysiere meine Steam-Spielebibliothek anhand der folgenden Daten und erstelle daraus ein persönliches Spielerprofil.

Untersuche meine meistgespielten Spiele, Spielzeiten, Genres und wiederkehrende Spielmechaniken.

Finde heraus:Welche Spiele mich langfristig motivieren.Welche Gemeinsamkeiten meine meistgespielten Spiele haben.Ob ich bestimmte Fortschrittsmuster bevorzuge, zum Beispiel „From Zero to Hero“.Wie wichtig mir Freiheit, Story, Aufbau, Erkundung, Wirtschaft, Survival, Rollenspiel, Optimierung und emergentes Gameplay offenbar sind.Welche Spiele in meiner Bibliothek ich bisher kaum oder gar nicht gespielt habe, die besonders gut zu meinem Spielgeschmack passen könnten.Welche zehn Spiele aus meiner Bibliothek ich als Nächstes ausprobieren sollte.Welche Spiele außerhalb meiner Bibliothek wahrscheinlich gut zu mir passen.

Begründe deine Einschätzungen immer anhand konkreter Spiele und meiner tatsächlichen Spielzeiten. Erfinde keine Daten. Wenn etwas nur eine Vermutung ist, kennzeichne es als solche.

Das Ergebnis dürfte bei jedem Spieler etwas anders aussehen.

Und genau das macht den Ansatz interessant.

Meine eigene Bibliothek hat mir jedenfalls gezeigt, dass meine 566 Spiele gar nicht so chaotisch zusammengewürfelt sind, wie ich dachte.

Hinter Gothic, EVE Online, RimWorld, Kenshi, X4, ARK und Ostranauts steckt ein ziemlich ähnlicher Wunsch:

klein anfangen, selbst entscheiden und irgendwann zurückblicken können, was daraus geworden ist.

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